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PUBLIC Interview mit Lupchen
Geschrieben von Jay Bad   
Freitag, 6. Januar 2006
Christoph „Lupo“ Lubrich
PUBLIC, Radio Tonkuhle und KulturFabrik Löseke präsentieren Homegrown:

Ohne ihn wäre Homegrown eine ziemlich leise Angelegenheit: Christoph „Lupo“ Lubrich ist bei der KulturFabrik Löseke der Projektleiter der Konzertreihe. Der 30-jährige Veranstaltungstechniker kümmert sich um das Booking der Bands, deren Versorgung und steht auch hinter den Reglern für Licht und Ton. Dazu zeichnet er für den Sampler „Unsere Mitarbeiter des Jahres 2005“ verantwortlich, auf dem alle Bands zu hören sind, die im vergangenen Jahr bei Homegrown aufgetreten sind. Bei Radio Tonkuhle ist Lupo Teil des Teams der Sendung „Tonverein“, in der die Bands vor ihrem Konzert Rede und Antwort stehen. Und selbst ist er auch noch Musiker: Lupo steht mit seiner Punkrock-Band Sidekick Lupchen And The Bad Generation auf der Bühne. PUBLIC-Mitarbeiter Marc-André Weibezahn sprach mit dem Allrounder.

PUBLIC: Im Januar ist die Release-Party des Homegrown-Samplers „Unsere Mitarbeiter des Jahres 2005“, der ja so etwas wie eine musikalische Chronik ist. Willst Du selbst mal ein Resümee über das Jahr ziehen? Lupo: Der Sampler zeigt schon ganz gut, was über das Jahr passiert ist. Ich persönlich bin zufrieden, weil sich in dieser Zeit viel entwickelt hat in puncto Team, der Sendung Tonverein und vielem mehr.

Repräsentiert der Sampler die Hildesheimer Musikszene?

Eigentlich schon, es ist alles mit dabei, von sanftem Pop wie bei Oceana, über den Folk des Trillke Trios bis hin zu den ganz jungen Bands wie Ripped Apart. HipHop fehlt ein bisschen, da ist die Hildesheimer Szene eigentlich viel größer. Aber es ist schon ein guter Schnitt, auch was die Aufnahmen angeht: Da gibt es alles, von richtig fertigen Produktionen bis hin zu ganz frühen Proberaum-Aufnahmen. Man sieht also, was in Hildesheim so läuft.

In der KulturFabrik arbeitest Du oft mit sehr erfahrenen Bands zusammen. Wie ist dann die Arbeit mit ganz jungen Gruppen?

Mit den ganz jungen ist es natürlich manchmal anstrengend, wenn sie ihre Unsicherheit verbreiten. Es ist mir aber dann ein Anliegen, ihnen gewisse technische Details zu erklären, um sie in kontrollierter Umgebung auf die böse Live-Welt vorzubereiten.

Fällt Dir da ein allgemeingültiger Rat ein?

Ich habe einige junge Bands gesehen, die anfangs viel Enthusiasmus hatten - mit der Zeit ging dann aber die Frische verloren. Die sollte man sich aber bewahren. Und spielen, spielen, spielen!

Du bis ja selbst auch Musiker und hast einmal zum ersten Mal auf der Bühne gestanden. Wenn Du neue Bands siehst, kommen da Erinnerungen?

Manchmal schon. Als ich vor zwölf Jahren mit Embryostore angefangen habe, haben wir eigentlich alles falsch gemacht - wir waren in den ersten Jahren schon eine ziemlich schlechte Band. Wir haben es persönlich genommen, wenn irgendwelche Majorlabels unsere Kassette nicht veröffentlichen wollten. Und wenn das Publikum nicht gleich abgegangen ist, dachten wir, das ist doch Scheiße, keiner versteht uns.

Gab es für Dich ein Lieblings-Homegrown im vergangenen Jahr?

Eigentlich nicht. Marmelade Cats war ganz großer Fußball, aber auch Kompromaty oder Jack Rose. Letztere haben gerade einen riesigen Schritt nach vorn gemacht. Letztlich hat aber jede Band, die bei Homegrown spielt, das gewisse Etwas, sonst würden wir sie ja nicht einladen.

Ist der Termin am Donnerstag - mitten in der Woche - ein Problem?

Na ja, freitags oder samstags kämen vielleicht noch zehn oder zwanzig Leute mehr, aber ein regelmäßiger Termin in der Woche ist schon in Ordnung. Es sind ja auch keine Riesen-Veranstaltungen, im Schnitt kommen um die 50 Leute, aber der Club ist immer gut gefüllt.

Hast Du Ideen für die Zukunft des Homegrown?

Auf jeden Fall. Erstmal gibt es ja jetzt die Hildesheimer Hitparade wöchentlich im Tonverein. Auf www.tonkuhle.de kann man die Bands wählen. Ende des Jahres sollte die Homegrown-Homepage fertig sein. Im nächsten Jahr wollen wir Kurse anbieten, bei denen wir beispielsweise zeigen, wie ein Demo-Paket aussehen sollte, oder wo jemand von der Gema erklärt, wie eine Anmeldung funktioniert, und für welche Bands sie sich lohnt. Vielleicht könnte man auch eine Art Austausch-System entwickeln: Es gibt in Hameln eine Reihe, die Homegrown sehr ähnlich ist. So ein Austausch könnte bedeuten, dass die Bands erst in Hildesheim spielen, dann in Hameln und danach vielleicht in Hannover oder Braunschweig - eine kleine Tour sozusagen.

Da fehlt dann nur noch ein Tourbus...

Ja, das wäre geil... so richtig mit Crew durch die Gegend cruisen und Rockstar spielen.

Von welchen Geldgebern wird Homegrown eigentlich unterstützt? Du darfst jetzt mal die Sponsoren aufzählen...

Das Projekt Homegrown wird unterstützt von der Hildesheimer Sparkasse, der Stadt Hildesheim, dem Hildesheimer Landkreis und dem Landschaftsverband.

PUBLIC und Radio Tonkuhle präsentieren:

Release-Party des Homegrown-Samplers, 20./21.1., KulturFabrik Löseke. Freitag: Trillke-Tiro (Whirled Folk), Kandis (Singer-Songwriter, ehemals Birte Wolter), Great Dust (Americana) und Lucies Darling (Punkrock, ehemals Nerved). Samstag: Boys Too Sick (HipHop), Oceana (Palm Trees Rock), Respira (Alternative Rock) und Linksabbieger (Skalternative). Das Homegrown-Team sucht übrigens noch einen Spezialisten für Blues und ähnliche Musikrichtungen. Wer mitarbeiten will, kann sich unter Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, du musst Javascript aktivieren, damit du sie sehen kannst melden.

© Public, http://www.regional-themenguide.de/service/sms/tipps__infos/public_aktuell/interviews/christoph_lupo_lubrich_.html

 
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